Reise-Guide für Kuba

Reise-Guide für Kuba

Los gehts mit dem „How to Kuba“-Beitrag. Hier erzähle ich euch nicht, was wir so erlebt haben – sondern konkrete Reisetipps für ein Land, dass wirklich keinem anderen gleicht und dadurch auch so einige Besonderheiten hat. Feuer frei!



Kuba, y u so funny?


Flüge nach Kuba

Logisch, bevor man Kuba bereisen kann, muss man erst mal hin kommen. Es gibt Direktverbindungen nach Havanna ab eigentlich allen größeren Deutschen Flughäfen. Da zählt Nürnberg leider nicht dazu und deshalb haben wir eine Umsteigeverbindung gewählt. Diese sind meist über Paris, Amsterdam oder – wie in unserem Fall – Zürich. Ich persönlich habe kein Problem mit Umsteigen, es ist mir sogar lieber, als zuerst mit der Bahn zu einem größeren Flughafen fahren zu müssen – denn sind wir mal ehrlich, wenn etwas schief geht, liegt es meistens an der Bahn und nicht an der Airline. 😉

Ich plane für das Umsteigen rund 2-3 Stunden ein und suche entsprechende Verbindungen raus. Meine Flüge buche ich grundsätzlich über Skyscanner, da man hier auch nach „günstigster Monat im Jahr“ filtern kann und somit eine gute Übersicht hat, wenn man zeitlich nicht gebunden ist. Wir haben so für Hin- und Rückflug pro Person ca. 550 Euro bezahlt.


Kuba


Beste Reisezeit für Kuba

Mit rund 200 Sonnentagen und Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius ist Kuba eigentlich ganzjährig zu bereisen. Jedoch sind die Wintermonate von November bis April am beliebtesten, da zu diesem Zeitpunkt Trockenzeit ist und man vom Regen größtenteils verschont bleibt – das schlägt sich allerdings auf die Flug- und Hotelpreise nieder. Von Mai bis Oktober ist Regenzeit – das bedeutet aber keinesfalls, dass es den ganzen Tag schüttet wie aus Eimern! Stattdessen kann es an manchen Tagen für ein paar Stunden mal richtig schütten – wenn überhaupt. Nach dem Regenguss klart der Himmel wieder auf und es ist, als wäre nichts gewesen.

Von Juni bis Oktober ist außerdem Hurricane-Saison auf Kuba, was man schon im Hinterkopf behalten sollte. Auch hier ist aber lediglich das Risiko für einen Wirbelsturm höher, es muss nicht zwingend etwas passieren – außerdem gibt es Frühwarnsysteme und dass ein Hurricane die Insel komplett verwüstet, ist eher selten.

Wir waren im Oktober auf Kuba, also mitten in der Regen- und Hurricane-Saison – und es war trotzdem ganz wunderbar! Es hat lediglich ein paar Mal richtig stark geregnet, aber sonst hatten wir bestes Wetter mit viel Sonnenschein – und eben günstigere Preise.


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Rumkommen auf Kuba

Man hat das oft nicht so auf dem Schirm, aber Kuba ist riesig: Vom Westen der Insel bis ganz in den Osten sind es rund 1.300 Kilometer. Plant also eure Route entsprechend, sucht heraus, was euch interessiert und nehmt euch nicht mehr vor, als ihr schaffen könnt.

Um von einer Stadt zur anderen zu reisen, haben wir uns für die Busgesellschaft Viazul entschieden. Die Busse sind einigermaßen pünktlich, die Klimaanlage funktioniert meistens und die Preise sind bezahlbar. Für eine sechsstündige Busfahrt von Havanna nach Cienfuegos bezahlt man umgerechnet circa 20 Euro pro Person; für kürzere Strecken wie Cienfuegos – Trinidad werden ungefähr 5 Euro fällig. Sicher gehts auch günstiger in den Überlandbussen, die die breite Masse der Kubaner nutzt – aber nachdem ich die vollgestopften Rostlauben mit Plastiksitzen gesehen habe, war ich mehr als froh, dort nicht mitgefahren zu sein.

Ihr könnt die Tickets entweder direkt vor Ort kaufen, dann ist es aber wichtig, früh genug an der Station zu sein – wenn der Bus voll ist, ist er eben voll. Wir haben uns dazu entschieden, die Tickets bereits online zu buchen und am Reisetag jeweils 1 Stunde vor Abfahrt des Busses an der Viazul Station abzuholen. Diese Art zu reisen würde ich euch für Kuba auf jeden Fall empfehlen, denn…

Auto mieten auf Kuba ist eine denkbar schlechte Idee – und ich bin kein zimperlicher Autofahrer, Mexiko und Costa Rica habe ich schließlich auch auf vier Rädern überlebt. Aber das Problem auf Kuba sind schon die Autos an sich: Zwar gibt es mittlerweile auch „ordentliche“ Autos mit deutschem Standard und nicht nur Oldtimer, aber halt nicht immer. Ich habe zu viel von anderen Reisenden gehört, die Autos im desolaten Zustand bekommen haben und später für angeblich verursachte Schäden hätten zahlen sollen. Außerdem sind auf Kuba so gut wie nie irgendwelche Straßen angeschrieben, Ortsschilder an Kreuzungen sucht man vergeblich und selbst offline geladene Maps sind oft fehlerhaft – falls denn überhaupt GPS-Signal verfügbar ist. Dass sich selbst unser Viazul-Busfahrer einmal verfahren hat sagt alles, oder?


Kuba ist nicht so deins? Hier findest du meine anderen Reisen!


Geld & Währung auf Kuba

Es gibt auf Kuba eine ganz große Besonderheit, was das Geld angeht: Es gibt nämlich zwei Währungen. Einmal den kubanischen Peso (CUP), mit dem die Einheimischen bezahlen – und einmal den Peso Convertible (CUC), eine Touristenwährung. Der CUC wird hierbei 1:1 in US-Dollar umgerechnet, während der CUP 24:1 umgerechnet wird. Das System entstand nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der daraus entstehenden Wirtschaftskrise im Land – man sah sich gezwungen, den US-Dollar als Zahlungsmittel zu legalisieren, wollte aber keinesfalls einen Kontrollverlust über die eigene Währung riskieren. Deshalb wurde der Peso Convertible im Jahr 2004 eingeführt.

Entgegen einiger Vorurteile sind grundsätzlich beide Währungen für Touristen zugänglich (und glaubt mir, man wird euch als Tourist erkennen, egal wie gut euer Spanisch ist), allerdings werdet ihr beim Geldwechseln am Flughafen immer erstmal den CUC bekommen und damit auch in den allermeisten Restaurants, Shops und Taxen bezahlen. Generell ist es wohl gut, auch ein paar CUPs zur Hand zu haben, um kleinere Beträge wie z.B. Obst oder Kaffee auf der Straße bezahlen zu können – allerdings haben wir in den zwei Wochen keinen einzigen CUP zu Gesicht bekommen. Ich habe zwar oft gelesen, man würde an Straßenständen durchaus den CUP als Wechselgeld bekommen – aber wenn ihr zum Beispiel eure Bananen am Straßenstand mit CUC bezahlt, die ja viel mehr wert sind als die CUPs, braucht ihr realistisch gesehen nicht glauben, überhaupt Wechselgeld zu bekommen. Ich persönlich habe das einfach so hingenommen und sehe es nicht ein, als „reicher Tourist“ mit Menschen, denen es finanziell gesehen deutlich schlechter geht als mir, um Centbeträge zu feilschen.

Übrigens: Zahlungen mit Kreditkarte sind auf Kuba immer noch nicht weit verbreitet. Nehmt euch also genug Bargeld mit und wechselt es bei Bedarf am Flughafen oder der Bank in der Stadt. Dazu müsst ihr auch immer euren Reisepass bereit halten und solltet euch eine Quittung über das gewechselte Geld ausstellen lassen, falls ihr am Flughafen danach gefragt werdet. Übrige Währung solltet ihr vor der Abreise am Flughafen in Kuba umtauschen – ich habe das nicht gemacht und es war mir nicht möglich, das Geld in Europa noch umzutauschen.


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Übernachten auf Kuba

Es gibt zwei Möglichkeiten, auf Kuba zu übernachten: Entweder in Hotels, diese sind jedoch oft staatlich geführt und damit nicht der absolute Oberknaller für den Preis – oder, wie wir es gemacht haben, in sogenannten Casas Particulares. Das sind quasi Bed&Breakfasts, also von Privatpersonen vermietete Unterkünfte und ist auf Kuba seit 1997 erlaubt. Ihr bekommt je nach gebuchtem Angebot entweder die ganze Unterkunft gestellt oder ein Zimmer, mit oder ohne eigenem Bad, im Haus des Vermieters. Buchen kann man diese ganz easy über AirBnB. Günstig ist das Ganze auch noch: Wir haben für komplette, eigene Wohnungen mit eigenem Bad selten mehr als 30€ pro Nacht bezahlt – ja, für die komplette Unterkunft! So haben wir bei einer Reise zu viert pro Person meist unter 10 Euro pro Nacht bezahlt.

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Oftmals bieten diese Unterkünfte für einen geringen Aufpreis von um die 5 CUC an, euch Frühstück zu machen – auch das kann ich in jedem Fall empfehlen, da es oft nicht so einfach ist, an günstiges Essen zu kommen. Und damit kommen wir schon zum nächsten Punkt…


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Essen auf Kuba

Das Wichtigste zuerst: Kuba ist ein sozialistisches Land und die Bevölkerung bezieht ihre Nahrungsmittel größtenteils über Lebensmittelmarken. Das heißt, dass ihr wenige Supermärkte (und schon gar keine Ketten!) finden werdet – und wenn man doch mal einen findet, sind die Regale oft leer. Eine Marke Wasser, eine Marke Öl und Reis. Wenns gut läuft, findet ihr mal Chips oder Kekse. Rum und Zigarren gibt es dafür fast immer. 😉

Obst und Gemüse findet man auf lokalen Bauernmärkten. Manchmal gibt es kleine Bäckereien, die Brot verkaufen – nur eine Sorte, versteht sich, und nein, es schmeckt nicht. Aufgrund der sehr beschränkten Auswahl würde ich euch aber nicht empfehlen, einen auf Selbstversorger zu machen und in eurer Casa kochen zu wollen.

Restaurants werdet ihr in normalen Wohngegenden, wo sich eure Casa vermutlich befinden wird, nicht sehen – Kubaner haben schlicht und ergreifend kein Geld für Essen gehen bei einem Durchschnittsverdienst von ungefähr 40 Euro im Monat. In den touristischen Gegenden, gerade in Havanna, gibt es Restaurants, Cafés und Bars wie Sand am Meer… zu entsprechenden Preisen. Die Kubaner wissen, was die Touristen zu zahlen bereit sind und so kostet eine Hauptmahlzeit auch gut und gerne um die 10 Euro aufwärts. Europäische Preise also. Macht euch das bewusst, falls ihr auf einen Super-Low-Budget-Urlaub abzielt.


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Internet auf Kuba

Die ewige Offline-Insel beginnt langsam, dieses Internet weiter auszubauen – dank einer Glasfaserleitung nach Venezuela sogar verhältnismäßig schnell und flächendeckend. Ihr findet in vielen Restaurants, Hotels, Casas Particulares und auf öffentlichen Plätzen WLAN-Hotspots – die ihr aber nicht so einfach benutzen könnt!

Um überhaupt online gehen zu können, müsst ihr euch Internetkarten kaufen. Die kubanische Telefongesellschaft heit ETECSA und bietet in allen größeren Städten in ihren Filialen die Internetkarten, Tarjetas genannt, an. Achtung, die Schlange kann oft lang sein – kauft euch also am Besten direkt ein paar Karten auf Vorrat. Für eine Stunde Internet bezahlt man 1 CUC, also Pi mal Daumen 90 Cent. Ihr rubbelt den Code frei, verbindet euch mit dem WLAN-Hotspot und gebt Nummer und Passwort ein. Ab dann läuft die Zeit, abgerechnet wird pro Minute. Ausloggen am Ende nicht vergessen, sonst läuft die Zeit gnadenlos weiter. 😉

Meistens konnten wir mit diesen Karten ganz gut online gehen. Manchmal hat es aber auch nicht geklappt, vor allem, wenn zu viele Leute bereits eingeloggt waren. Kuba halt. Genießt euren Aufenthalt also lieber größtenteils offline und sagt Freunden und Familie Bescheid, dass ihr vermutlich auch dann noch lebt, wenn ihr ein paar Tage nichts von euch hören lasst.


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Mit Diabetes auf Kuba

Ahhh, kommen wir also endlich zum Thema, was uns alle interessiert, richtig? Nun – warum ich Kuba mit Diabetes als durchaus herausfordernd empfand, habe ich euch hier bereits erzählt.

Ansonsten war Kuba bisher das einzige Land, in dem ich sowohl 2009 als auch 2019 noch Probleme mit dem Security Check am Flughafen hatte. Was mein Insulin ist, hat niemand verstanden und mein bereit gehaltenes Medical Certificate sowie meine Erklärungen (auf Spanisch, wohlgemerkt!) wollte niemand hören. Stattdessen wurde mein komplettes Diabetesequipment auseinander genommen, die Ampullen mit Insulin schulterzuckend über insgesamt fünf Personen weiter gereicht und nach langen Minuten, in denen ich schon komplett durchgeschwitzt war, bekam ich alles ebenso schulterzuckend zurück. Durch bekommen habe ich alles trotzdem, aber stellt euch darauf ein.



Du willst jetzt auch mal was sehen vom Land?

Ich hatte meine Vlog-Kamera auf Kuba dabei, um euch ein bisschen mitzunehmen – auf gehts:



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