Ein Wochenende an der Nordsee

Ein Wochenende an der Nordsee

Na, da bin ich ja mal wieder richtig früh dran – dass ich an der Nordsee war, ist nämlich schon die ein oder andere Woche her. Da wir dort aber auch im Spätsommer ziemliches Herbstfeeling hatten, passt der Beitrag doch viel besser zum grauen Novemberwetter, wenn der Regen ans Fenster prasselt und der heiße Tee auf dem Tisch dampft.





Aber hey, Ramona, wie jetzt, ein Wochenende an der Nordsee? Wohnst du nicht im Süden Deutschlands? Ja, ganz genau. Von meiner Haustür bis nach Norddeich sind es schlanke 606 Kilometer – absolut machbar, wenn man sich Freitagmittag ins Auto setzt und Sonntagnachmittag die Heimreise antritt. Wer nicht ganz so gern Auto fährt, sieht das vielleicht anders, aber darum soll es hier nicht gehen. 😀

Ich war vorher tatsächlich noch nie so weit im Norden Deutschlands, wollte aber schon immer mal die ostfriesischen Inseln sehen. Da war ein ganz genaues Bild in meinem Kopf von kleinen Häusern mit Reetdach, vielen Schafen, Deichen und Leuchttürmen. Allerdings bin ich kein Strand- und Nichtstu-Urlauber und hatte etwas bedenken, ob mir da nicht langweilig wird. Also erstmal ein Wochenende als Nordsee-Testdrive, quasi.



Unterkünfte an der Nordsee

Wir haben, wie sehr oft, unsere Unterkunft an der Nordsee über AirBnB gesucht und waren vollkommen zufrieden mit unserer kleinen Ferienwohnung in Dornum. Falls du AirBnB auch mal ausprobieren willst, gibt es hier bis zu 34€ Guthaben für deine erste Reise. Sie war nicht super zentral gelegen, aber ich würde die komplette Gegend ohne Auto auch absolut nicht empfehlen – die Orte liegen doch relativ weit auseinander und soweit ich das gesehen habe, waren die öffentlichen Verkehrsmittel nicht supergut ausgebaut. Wer also ohne Auto anreist, sollte schauen, den Ort direkt danach auszuwählen, dass er eine gute Anbindung besitzt.


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Welche Insel darf’s denn sein?

Nachdem aufgrund der späten Ankunft am Freitag bis auf die Futtersuche nicht viel drin war, entschieden wir uns, den Samstag für einen Ausflug auf eine der ostfriesischen Inseln zu nutzen. Meine Überforderung war gnadenlos. Ich wusste nur, dass die Insel bestenfalls autofrei sein sollte, nicht aber fahrradfrei (ja, das gibts auch!) – die Website NordseeInseln gibt aber einen ganz guten Überblick und somit fiel unsere Wahl auf Langeoog.

Mit der Fähre ab Bensersiel erreichten wir ziemlich easy, dafür aber nicht günstig und dank des guten Wetters mit sehr, seeehr vielen anderen Fahrgästen die Insel. Vom Bahnhof der Insel ins Städtchen bringt euch eine Inselbahn, die übrigens absolut instagram-worthy ist.

Groß ist die Stadt nicht und somit kann man auch den Fahrradverleih direkt neben dem Bahnhof absolut nicht verfehlen. Für ungefähr 20 Euro pro Tag gibt’s einen Drahtesel zum Leihen – was ich euch auch dringend empfehlen würde. Die Insel ist zwar nicht groß, aber meines Erachtens nach trotzdem zu groß, um sie zu Fuß zu erkunden. Fahrradfahren auf der Insel ist wirklich einfach, da es wie gesagt keine Autos gibt und alle Wege breit und asphaltiert sind. Ich habe mich dadurch immer sehr sicher gefühlt und ich bin wahrlich kein guter Radfahrer.

So sind wir den ganzen Tag über die Insel gefahren, haben uns zur Mittagspause in einem Strandkorb niedergelassen (den ich mir vielleicht durch einen kleinen Trick erschlichen habe) und nach einer weiteren Radrunde war auch noch ein großer Eisbecher drin. Übrigens, macht nicht den gleichen Fehler wie ich und unterschätzt das Radfahren dort, weil „is ja eh alles flach„: Durch den Wind war es anstrenger als gedacht, mein Blutzucker ständig auf Talfahrt und ich gut mit Futter nachwerfen beschäftigt.



Norden & Norddeich

Da wir nach dem ganzen Tag im Sattel genug von der Insel gesehen hatten, gaben wir die Fahrräder zurück und nahmen bereits den vorletzten Zug, um noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang in Norddeich zu sein. Dort gibts übrigens auch eine Seehundstation, die ich bei mehr Zeit wohl ganz gern besucht hätte – wir waren aber einfach zu spät dran und somit fiel die Wahl auf eines der zahlreichen Fischrestaurants direkt am Deich.

Und ich konnte den wahren Grund des Nordseebesuchs endlich abhaken: Moody Fotos 🙂



Greetsiel & Pilsumer Leuchtturm

Ja klar, wenn man schon so weit fährt, musste auch noch ein Städtchen besucht werden, was mein im Kopf existierendes Bild der Nordsee zu 100% verkörpert. Das war dann auch der Plan für den Sonntag, also unseren Abreise-Tag. Wir entschieden uns für Greetsiel (Yay, Google-Bewertungen!) und wurden nicht enttäuscht. Es ist zwar schon sehr touristisch, wie ein Laden an den nächsten gereiht ist und die Fischkutter Krabben direkt von Bord verkaufen, aber hey – wir waren ja auch Touristen!

Ein weiteres Highlight für mich waren die Greetsieler Zwillingsmühlen – zwei Windmühlen, die man auch von innen besichtigen kann. Ich weiß wirklich nicht, warum ich so sehr einen Narren an Windmühlen gefressen habe, dass ich sogar eine tätowiert habe – aber ich nehme das mal so hin und war ein glücklicher kleiner Diabetiker.

Dann fehlte ja nur noch eine Sache auf der Nordsee-To-Do-Liste: Ein Leuchtturm! Fix gegooglet und na wie praktisch, da ist ja direkt einer neben Greetsiel. Der Pilsumer Leuchtturm sah zwar – wie Macchu Picchu, die Pyramiden von Gizeh und der Eifelturm – auf den Fotos irgendwie größer aus als in Echt, hat mich aber trotzdem ganz zufrieden gestellt. Und hätte ich mich mal vorher ordentlich informiert, dann hätte ich nicht durch die „Hey, ist das nicht der Leuchtturm von Otto?!„-Nachrichten heraus gefunden, dass dem tatsächlich so ist. 🙂



Lieber raus aus Deutschland und ab in die weite Welt?
Hier findest Du meine anderen Reiseberichte – von Marokko bis New York, von Kenia bis Japan.


Soviel zu unserem kleinen Nordsee-Trip! Ich persönlich fand diese Ecke von Deutschland super schön – muss aber ganz ehrlich zugeben, dass ich mich wohl langweilen würde, wenn ich eine oder zwei Wochen auf einer Nordseeinsel feststecken würde. Das ist aber eine sehr individuelle Sache und wer auf kleine Radtouren, gepaart mit Relaxen im Strandkorb steht, wird an der Nordsee ganz sicher glücklich!



Wart ihr schon mal an der Nordsee oder lebt ihr sogar dort?
Gebt mir gern Tipps für den nächsten Trip! 🙂



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