Geht nicht nach Marrakesch – geht nach Essaouira

Geht nicht nach Marrakesch – geht nach Essaouira

In meinem Kopf war Marrakesch immer die orientalische Traumstadt schlechthin. Verwinkelte Märkte, prächtige Tempel und an jeder Ecke dazwischen mit hübschen Ornamenten verzierte Häuser. Ist doch so, oder? ODER?



Naja. Sorry, dass ich jetzt auch dein Bild der orientalischen Traumstadt zerstören muss, aber: Nein.

Marrakesch ist primär voll, laut und dreckig.

Das ist jetzt natürlich keine riesige Überraschung, wenn man in ein Land im Nahen Osten reist, also lassen wir das Surprised-Pikachu-Meme mal weg.



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Paläste, Trubel, Schlangenbeschwörer

Man muss zu Marrakeschs Verteidigung auch sagen, dass wir enorm Pech hatten und einige der Sehenswürdigkeiten, wie die Ben Youssef-Koranschule oder der Bahia-Palast ausgerechnet zu unserem Urlaub wegen Renovierungsarbeiten und Feierlichkeiten geschlossen waren. Das schränkte die Auswahl an potentiellen Sehenswürdigkeiten schon ein, denn: Marrakesch ist tatsächlich keine große Stadt und das, was es zu sehen gibt, beschränkt sich ziemlich auf die Medina, also die Altstadt innerhalb der Stadtmauern.

Zumindest ein bisschen Sightseeing konnten wir nichtsdestotrotz betreiben und das war auch wirklich hübsch alles, keine Frage. Abseits dieser wenigen Sehenswürdigkeiten bietet Marrakesch aber meiner Meinung nach nicht viel: In den Souks, den verwinkelten Märkten, werden an jedem Stand die ewig gleichen Waren von wirklich sehr, sehr aufdringlichen Verkäufern feilgeboten.Ich weiß, diese Leute wollen auch nur leben – aber ich mags einfach nicht, wenn ein „Non, merci“ (Amtssprache neben Arabisch ist Französisch) übergangen wird und man am Ärmel in den Laden gezogen wird.



Auf dem Djeema-El-Fna, dem Hauptplatz der Stadt, wird tagsüber sehr leckeres, frisches Obst und frisch gepresste Säfte verkauft. Abends verwandelt sich der Platz und neben den zahlreichen Garküchen (bei denen man als Mitteleuropäer übrigens auch mit kampferprobtem Magen nicht unbedingt essen sollte) kommen allerhand Schausteller zum Vorschein. Schlangenbeschwörer – aber Schlangen sind halt taub und reagieren nur auf die Bewegung der Flöte, nicht auf die Musik an sich. Männer mit dressierten Affen an Ketten – dazu muss ich vermutlich keinen weiteren Kommentar abgeben. Frauen, die dir gern mal die Hand weg ziehen, um ungefragt Henna darauf zu malen und anschließend Geld zu wollen – auch nicht unbedingt meine Vorstellung eines gelungenen Geschäfts. Und natürlich Verkäufer, Verkäufer, Verkäufer.

Wer diese Art der Unterhaltung mag und ungefragt hin nehmen kann, der wird in Marrakesch bestimmt glücklich.

Wir wurden es nicht und haben nach nur einem Tag die Flucht ergriffen – nach Essaouira, und das war das Beste, was wir hätten tun können!



Nicht so der Fan von Marokko? Macht nix. Ich war ja zum Beispiel auch schon in New York, Belgien oder Japan.



Essaouira – Marokko, wie man es sich vorstellt

Ganz anders geht es hingegen im beschaulichen Essaouira zu, welches früher Mogador (klingt wie Mordor, oder?) hieß und sich nur ungefähr 2 Stunden Busfahrt von Marrakesch an der Küste Marokkos befindet.

Man merkt extrem, dass sich hier weniger die arabische Bevölkerung, sondern eher die Berber niedergelassen haben. Es ist fast schon ruhig für marokkanische Verhältnisse – die Verkäufer ziehen einen nicht in den Laden und wenn man sich doch mal umsieht und geht, ohne etwas zu kaufen, beginnt hier keine Grundsatzdiskussion. Es gibt sogar Festpreise und Handeln ist eher unerwünscht. In den zahlreichen kleinen Lokalen wird frisch gefangener Fisch serviert und direkt vor den Toren der Stadt liegt die Küste, an der sich aufgrund des starken Windes viele Kitesurfer versammeln.



Viele klassische Sehenswürdigkeiten in diesem Sinne gibt es nicht, aber die ganze Altstadt ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Alles ist in weiß, blau und gold gehalten, die Türen und Tore sind reich verziert. Und als wir in einem kleinen Café saßen, sprach mich plötzlich die Besitzerin auf meinen Dexcom am Arm an – denn sie war auch Diabetikerin und trug den FreeStyle Libre! Diese Diabetiker tummeln sich wirklich überall. 😉


Evaneos


Riad in Marokko

Wir haben Essaouira als Tagesausflug von Marrakesch aus gemacht (die Busse von Supratours fahren die Strecke mehrmals täglich für ca. 8€) – und auch, wenn wir gut und gern eine Nacht dort hätten verbringen können, sind wir abends in unser Riad in Marrakesch zurück gekehrt.

Riads sind kleine, meist familiengeführte Pensionen mit oft nur drei bis vier Zimmern und ich kann jedem empfehlen: Übernachtet dort und nicht in einem Hotel! Ihr bekommt im Riad einen viel authentischeren Einblick ins Leben in der Stadt, habt einen viel persönlicheren Kontakt zum Gastgeber und – ihr lernt die Stadt direkt viel besser kennen, weil ihr euch beim Versuch, den Rückweg zu finden, bestimmt öfter als ein Mal in den verwinkelten Gassen der Medina verlauft. 😉



Unser Riad war das Dar Daoud, was ich jedem wärmstens empfehlen kann. Wir hatten ein Zimmer mit eigenem Bad und der Besitzer des Riads tischt jeden Morgen ein selbstgemachtes Frühstück mit frischem Brot, Obstsalat und Orangensaft auf. Absolut nicht blutzuckerfreundlich, aber sehr lecker!



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