Kuba – eine Herausforderung mit Diabetes

Kuba – eine Herausforderung mit Diabetes

Meine Reise nach Kuba im Oktober 2019 war nicht mein erster Besuch in diesem Land. Bereits 2009 war ich dort – damals noch mit meinen Eltern und zwar als klassischer Strandurlaub, in dem wir das All-Inclusive-Resort kaum verlassen hatten. Heute ist das urlaubstechnisch mein persönlicher Albtraum, tatsächlich haben wir aber in meiner Kindheit und Jugend nichts anderes gemacht; ist ja auch schrecklich praktisch mit dem 24/7-Essen, wenn das Kind unterzuckert. Das bisschen, was ich von Kuba gesehen hatte, ist mir aber im Gedächtnis geblieben und für mich stand fest: Die Insel muss noch mal besucht werden. Diesmal aber richtig.



2 Wochen Kuba: Unsere Route

Unsere Route führte uns von der Hauptstadt Havanna weiter nach Cienfuegos, anschließend nach Trinidad, dann nach Varadero an den Strand und schließlich wieder zurück nach Havanna. Den Osten der Insel haben wir ausgelassen, da Kuba wirklich riesig ist und das unseren Zeitplan gesprengt hätte. Ebenfalls ausgelassen haben wir Viñales im Westen des Landes – soll zwar landschaftlich sehr schön sein, wir wollten aber weder Reiten noch Wandern.




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Warum Kuba ist, wie es ist

Wer bei Kuba primär luxuriöse Oldtimer im Sinn hat, welche von Männern mit Zigarre im Mund die Uferpromenade entlang gelenkt werden, vorbei an knallbunten und leicht maroden Häuserfassaden – der sollte sich noch mal kurz die Geschichte Kubas zu Gemüte führen. Ja, man sieht das durchaus… aber halt in den Touristengegenden. Nicht „in echt„.

Kubas Geschichte beginnt, wie die so vieler lateinamerikanischer Länder, mit der Entdeckung durch Kolumbus. Eroberung, Sklaverei, Kuba als Kolonie und schließlich zwei Unabhängigkeitskriege – die traurige Wahrheit kennen wir ja alle. Nach der diktatorischen Regierung von Machado kam Fulgencio Batista an die Macht, welcher schließlich von Fidel Castro und Che Guevara am 1. Januar 1959 gestürzt wurde. Viva la Revolucion.

Fidel Castro wurde zum Regierungschef und machte aus Kuba einen sozialistischen Staat. Großgrundbesitzer wurden enteignet – auch amerikanische, was schließlich zu einem kompletten Handelsembargo führte. Durch die Kubakrise 1962 und der Stationierung von Raketen der Sowjetunion stand die Welt am Rande eines Atomkriegs – die Raketen wurden jedoch schlussendlich abgezogen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stürzte Kuba Anfang der 90er jedoch in eine Wirtschaftskrise, die Nahrungsmittel waren knapp – und Kuba beschloss, von nun an auf den Tourismus als Einnahmequelle zu setzen.

Seit 2006 ist nun Fidels Bruder Raúl Castro an der Macht – einige Gesetze wurden gelockert und auch die Beziehung zu den USA ist nicht mehr ganz so abgekühlt. Also alles super auf Kuba? Nicht ganz.



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Pack‘ für Kuba nicht nur doppelt, sondern vierfach.

Ich probiere mich in fremden Ländern normalerweise sehr gern durch das Sortiment der lokalen Händler und Supermärkte. Hypo-Helfer findet man schließlich überall, richtig? Richtig? Ja, schon… außer halt auf Kuba. Wo man McDonalds und bunte Werbeplakate genau so vergeblich sucht wie Supermarktketten. Wenn wir einen kleinen Supermarkt gefunden hatten, waren die Regale oft schlicht und ergreifend leer – von Süßigkeiten brauchen wir gar nicht anfangen. Ab und zu fanden wir Händler, die am Straßenrand ein paar braune Mini-Bananen verkauft haben und das wars.

Ich hatte mich auf so etwas in der Art zwar eingestellt, aber es wirklich so in dieser Form zu erleben war etwas ganz anderes. Ich war mehr als froh, mir genug Riegel und Traubenzucker eingepackt zu haben!

Auch bei Insulin und Diabetesbedarf bin ich eigentlich recht locker. Klar, ich packe genug ein, mindestens die doppelte Menge – aber sind wir mal ehrlich: An Insulin und Teststreifen kommt man überall auf der Welt irgendwie ran, die Frage ist halt nur, zu welchem Preis. Auch als ich in Japan mein Insulin verloren hatte, hätte ich mir mit etwas Aufwand vor Ort neues besorgen können. Egal, wo ich bisher war, ich war mir sicher, im Notfall an Insulin ran zu kommen – außer auf Kuba. Die Nachricht einer kubanischen Followerin auf Instagram, die mir von der begrenzten Auswahl und Verfügbarkeit von Insulin auf der Insel erzählte, hat das bestätigt.



Keine Angst – Kuba ist trotzdem eine Reise wert!

Puh, der Artikel klang ja bisher ganz schön negativ. Sollte er gar nicht! In der Tat finde ich, dass Kuba absolut eine Reise wert ist. Es ist wirklich eine ganz andere Welt und, anstatt mit einer geführten Tour oder einen reinen Strandurlaub, durch eine individuelle Rundreise das Land zu entdecken, lässt einen wirklich am Alltag und Leben der Kubaner teilhaben.


Kuba


In den nächsten Blogbeiträgen werde ich euch noch konkrete Infos zur Reisevorbereitung, den Gegebenheiten vor Ort und natürlich Tipps zu unseren einzelnen Stationen geben! Stay tuned 🙂



 

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