Jahresrückblick – ohne Z-Promis

Jahresrückblick – ohne Z-Promis

Hachja, Jahresrückblicke. Gerade war doch noch Herbst und schon sitzt man an Silvester auf dem Sofa, im Hintergrund läuft auf irgendeinem Privatsender irgendeine schreckliche Zusammenfassung des Jahres, inklusive eingeblendeter Z-Promis, die einen die Flasche Sekt schon um 17 Uhr leeren lassen wollen. Man merkt, dass ich kein Freund von so etwas bin, oder? Und doch ist in diesem Jahr so viel passiert, sowohl privat als auch für den Blog, dass ich das ganz dringende Bedürfnis habe, die Außenwelt dran teilhaben zu lassen. Nur Promis kann ich leider keine einblenden.



Februar

Bis auf die ersten fallen gelassenen Neujahrsvorsätze ist im Januar nichts passiert, also steigen wir direkt im Februar ein. Es flatterte die für mich erste „offizielle“ Einladung zu einem Diabetes-Kongress ins Haus und so stieg ich im Februar zum ersten Mal in diesem Jahr in ein Flugzeug, um mich nach Wien zum ATTD 2018 zu begeben. Dexcom hat hier ein Blogger-Event veranstaltet, um einen Ausblick aufs neue G6 rtCGM zu geben. Es waren zwei wirklich spannende Tage mit wenig Schlaf (warum genau wollte ich um 6 Uhr morgens zurück fliegen?) und vielen bekannten und neuen Gesichtern.


März

Im März stieg ich in das nächste Flugzeug, und diesmal absolut unfreiwillig: Zum Abschluss meines Studiums stand eine 12-tägige Pflichtexkursion an, in meinem Falle nach Marokko – das war, zumindest finanziell gesehen, das kleinste Übel. Ich war selten unmotivierter, weil man mir wirklich nichts schlimmeres antun kann, als mich zu zwingen, fast zwei Wochen lang mit Gesichtern zu verbringen, die ich absolut nicht ausstehen kann (und glaubt mir, nach zwei Wochen am Stück kann ich nichts und niemanden mehr ausstehen) – aber was muss, das muss. Die ersten Tage lief es – von meiner unterirdischen Laune abgesehen – auch okay… bis mich die schlimmste Infektion ereilte, die ich jemals erlebt habe. Long story short: Ich musste die Exkursion abbrechen, auf eigene Kosten zurückfliegen und lag in Deutschland noch sagenhafte 4 Wochen flach, da ich eigentlich ins Krankenhaus gehört hätte und sich das Ganze, gerade in Kombination mit dem Diabetes, schon im Bereich „lebensgefährlich“ bewegt hat. Die ganze Geschichte – und was ich mir von Dozenten und Kommilitonnen anhören musste – könnt ihr auf Instagram nachlesen.


Mai

Was macht man nach so einer ätzenden Erfahrung wie der, die ich in Marokko machen musste? Richtig, man bucht erstmal Urlaub, um sich zu erholen und sich selbst davon zu überzeugen, dass das mit dem Reisen doch irgendwie Spaß macht. Also habe ich mit meinem Freund einen kleinen Roadtrip ins europäische Ausland gestartet und wir sind zuerst nach Brügge gefahren (klare Empfehlung!) und anschließend nach Amsterdam (da könnte man auch lieber zuhause bleiben) gefahren.

Brügge Bruges Belgien Roadtrip Städtereise

Doch der Mai hielt noch eine spannende Umstellung bereit: Nachdem ich mir monatelang den Kopf zerbrochen habe, fällte ich eine Entscheidung. Ich probiere es mit einer Pumpe! Meine Wahl fiel auf die mylife YpsoPump, welche ich Ende Mai anlegen durfte. Trotz aller anfänglicher Skepsis war ich ziemlich schnell von der Pumpentherapie überzeugt und bin auch bis heute dabei geblieben. 

YpsoPump Insulinpupe Pumpe CSII mylife Ypso Pump



Juli

Und was macht man am gleichen Tag, an dem man aus Amsterdam zurückkommt? Ihr ahnt es schon… Urlaub buchen.

Ich wollte schon seit Ewigkeiten mal ins Disneyland, und da Paris doch ein paar Kilometer (und, dem Flugpreis nach, auch ein paar Euro) näher an Deutschland liegt als die Parks in den USA oder in Japan, fiel die Wahl darauf. Ich war vorher noch nie in Frankreich und so haben wir noch zwei Tage in Paris verbracht und einen Tag im Disneyland. Für mich war es auch der erste kleine Trip mit Pumpe.

Disneyland Paris Diabetes Type 1 Insulin Ypsopump


August

Die Bachelorarbeit war geschrieben, das Studium so gut wie abgeschlossen und ich begab mich auf die Suche nach einem Arbeitsplatz. Da mir im Laufe des Studiums klar wurde, dass ich viel lieber im Bereich Diabetes als in der Geographie tätig sein möchte (Abbrechen kam aber nicht in Frage; was man anfängt, zieht man auch durch!), machte ich mich also gezielt auf die Suche nach Jobs in diesem Bereich… und hatte unglaubliches Glück: Seit August arbeite ich also hauptberuflich bei Dexcom Deutschland im Außendienst. <3


September

Logisch, wer arbeitet, braucht auch – ihr ahnt es schon – Urlaub.

Ich wollte schon seit Ewigkeiten nach Afrika; genauer gesagt hatten mich insbesondere Kenia und Namibia immer sehr gereizt. Gesagt, getan, gebucht: Im September ging es für zwei Wochen nach Kenia und wir verbrachten ein paar wirklich interessante Tage in Mombasa & Umgebung und anschließend auf einer Safari durch den Tsavo und den Amboseli Nationalpark.

Übrigens: Für diesen Urlaub habe ich beschlossen, die Pumpe abzulegen und wieder auf Pens umzusteigen. Ich hatte einfach keine Lust, so unglaublich viel Zeug mitzuschleppen und war auch sehr glücklich mit meinem kleinen Pumpenurlaub – auch wenn es mir nichts ausgemacht hat, die Pumpe danach wieder anzulegen.


Oktober

Im Oktober gab es direkt große Neuigkeiten auf dem Diabetesmarkt: Das Dexcom G6 rtCGM wurde in Deutschland gelauncht!

Ich durfte es schon vorab als erste Patientin Probe tragen und meine Erfahrungen hierzu wurden im FOCUS Diabetes veröffentlicht. 🙂

Dexcom G6 rtCGM CGM Sensor Glukosemessung


November

Nach meiner kleinen Pumpenpause im Urlaub ist mir erst bewusst geworden, wie schlecht ich eigentlich das von mir anfangs viel gelobte Fiasp in der Pumpe vertragen habe.

Brennende Bolusabgaben, entzündete Katheterstellen und so circa gar keine Wirkung des Insulins – all das führte ich darauf zurück, dass die Pumpentherapie vielleicht einfach so ist. Lange hat es gedauert, bis ich von mehreren Personen das gleiche hörte und den Tipp bekam, doch einfach mal wieder zurück zum NovoRapid zu gehen. Das tat ich auch und kann sagen: Fehler gefunden, Fiasp in der Pumpe ist einfach nichts für mich. Ich nutze wieder NovoRapid und bin damit deutlich glücklicher.


Dezember

Der Dezember brachte für mich persönlich nochmal einen großen Umschwung in die Diabetestherapie. Natürlich hatte ich schon bevor ich mich für die Pumpe entschieden hatte von selbstgebauten Closed Loop-Systemen gehört – mein Vertrauen in die Pumpentherapie generell lag aber ungefähr bei null und ich musste mich erstmal einleben. Deshalb habe ich mich auch nicht direkt für eine loopfähige Pumpe entschieden.

Als mein Vertrauen und meine Überzeugung in diese Therapieform jedoch wuchs, fand ich das Ganze doch auf einmal schrecklich interessant. Viele Leute aus der Diabetescommunity und im Freundeskreis, die erfolgreich loopen, haben meinen Entschluss weg von „Oh Gott, das schaffe ich nie“ hin zu „Ich probier das jetzt einfach!“ gestärkt. Vor allem Lisabetes, die zufälligerweise zeitgleich mit mir und mit dem gleichen System den Schritt zum Closed Loop getan hat, war sowohl seelisch als auch technisch eine gigantische Hilfe.

Insofern kann ich berichten, endlich den Schritt gewagt zu haben und den Loop am 21. Dezember geschlossen zu haben – ich bin wahnsinnig gespannt, was das neue Jahr mit Loop bringen wird, denn: #wearenotwaiting!



Was hat 2018 für euch gebracht – sei es privat oder in Sachen Diabetes?

Habt ihr irgendwelche Vorsätze oder Dinge, die ihr 2019 unbedingt in Angriff nehmen wollt?

Erzählt mir davon gerne in den Kommentaren 🙂



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2 thoughts on “Jahresrückblick – ohne Z-Promis

  1. Tronar

    Dank Deines Hinweises habe ich meine Nutzung von FIASP auch noch einmal überdacht und da ich noch ein paar alte NovoRapid Patronen im Kühlschrank liegen hatte, diese wieder in meinen Pen eingesetzt.

    Und in der Tat waren diese komischen Situationen, bei denen ich mir 6 Einheiten Insulin gespritzt habe und 2 Stunden später mein Blutzuckerwert immer noch nur seitwärts gelaufen war, endlich wieder vorbei. Manchmal hat FIASP wirklich sensationell schnell gewirkt (ein, zwei Mal auch durchaus zu schnell, wo ich dann direkt nach dem letzten Bissen vom Mittagessen schon unterzuckert war), aber manchmal waren die Kurven mit FIASP auch sehr seltsam.

    Jetzt mit NovoRapid und meinem FreeStyle Libre (ich hatte den Libre und FIASP nahezu zeitgleich in meine Therapie eingeführt) fühlt es sich deutlich besser an.

    Insofern danke für den Hinweis bzgl. FIASP. Ohne den würde ich vermutlich damit immer noch rumeiern.

    Dein Bericht über das Ablegen der Pumpe im Urlaub fand ich eine sehr interessante Information. Da ich sehr viel reise, bestätigt mich das ehrlich gesagt darin, von der Pumpe doch erstmal weiterhin Abstand zu halten.

    Eigentlich bin ich auch definitiv ein Bastler und Hacker und wäre daher für so ein closed-loop-System durchaus der Richtige. Aber ich denke, ich warte, bis die ganze Technik ausgereifter und kleiner geworden ist und ich nicht mit mehreren Geräten am Körper und ggf. noch meinem Handy in ständiger Nähe wie ein halber Cyborg durch die Gegend laufen muss.

    Ideal wäre für mich eine Pumpe in der Größe eines FreeStyle Libre Sensors, dessen Insulin-Depot man mittels einer Spritze 1x am Tag oder so nachfüllt. Das wäre mir deutlich lieber, als diese ganze „Katheder/Schlauch/Pumpe plus separater Sensor“-Technik Orgie. Ich bin aber sicher, dass das wirklich nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Geräte deutlich kleiner geworden sind.

    In diesem Sinne ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

  2. Felicitas Bartsch

    2018 brachte mir ebenfalls den Loop, am 23.01.2018 habe ich den Loop geschlossen. Und vor 14 Tagen kam – sozusagen als Weihnachtsgeschenk – die Dana RS, mit der das Loopen nochmal ein bisschen leichter geworden ist. Den Loop möchte ich nicht mehr missen. Obwohl er schon einiges an Aufmerksamkeit verlangt, macht er trotzdem das Leben leichter.
    Mit Fiasp habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht, wie du, allerdings schon 2017. Fiasp ist für mich sowohl in Pumpe als auch Pen völlig indiskutabel.
    Für 2019 habe ich mir fest vorgenommen, das eigene Wohlbefinden dauerhaft in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Jahr musste ich schmerzhaft erfahren, dass sonst alles nix taugt.

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