Es gibt ein Diabetesmuseum und ich war da

Es gibt ein Diabetesmuseum und ich war da

Ein bisschen verwirrt bin ich schon, als ich mitten in einem Münchner Vorort stehe und den Klingelknopf an einem ganz normalen Reihenhaus drücke. Ein Diabetesmuseum? Hier?



Die Tür öffnen uns Werner Neumann, seine Ehefrau und seine Tochter Anja. Sie ist auch der Grund, dass das Diabetesmuseum existiert. Bei ihr wurde 1994 Diabetes Typ 1 diagnostiziert und einige Jahre später begeisterte sich Werner Neumann für die Geschichte des Diabetes – und begann zu sammeln. Und zwar alles.



Das alles wird uns erzählt, während wir mit Familie Neumann am Wohnzimmertisch sitzen und eine Brotzeit serviert bekommen. So umsorgt wurde ich jedenfalls noch in keinem Museum bisher. Und apropos Museum… wo das eigentlich ist, frage ich mich insgeheim die ganze Zeit.



Des Rätsels Lösung: Im ersten Obergeschoss. Ja, richtig gehört. Ein ganzes Museum versteckt in einem kleinen Reihenhaus. Zwei Zimmer voll gepackt mit allem, was es zum Thema Diabetes jemals zu wissen oder zu erwerben gab: Angefangen von Zeitungsartikeln über Banting, dem Entdecker des Insulins, bis über Medikamentenfläschchen, riesige Harnzuckermessgeräte, jede Insulinspritze, jede Pumpe und jedes Messgerät, was jemals irgendwo auf dem Markt war.



Während wir uns die Köpfe verrenken und versuchen, alles irgendwie zu sehen, legt Werner Neumann los und erzählt die Geschichte des Diabetes, beginnend im Jahr 1493 bei Paracelsus, und stellt mit seinem Wissen vermutlich die meisten Diabetologen in den Schatten. Während mein Hirn versucht, die Informationen zu verarbeiten, werde ich plötzlich gefragt, ob ich denn mal eine echte Bauchspeicheldrüse in die Hand nehmen möchte. Was? Ja, auch das gibt es hier nämlich. Eine echte Bauchspeicheldrüse, ein Exponat der Körperwelten-Ausstellung. Irgendwie seltsam, aber auch irgendwie cool. Ich meine, wann hat man denn bitte schon Organe in der Hand?



Zwei Stunden später treten wir aus der Haustür und wissen definitiv einiges mehr über die Geschichte des Diabetes als vorher. Wer das Diabetesmuseum ebenfalls besuchen möchte, nimmt am Besten über die Homepage Kontakt zu Familie Neumann auf – denn Besuche sind nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Es war auf jeden Fall ein lohnenswerter Besuch und ich bedanke mich bei Familie Neumann für die Möglichkeit, das Museum zu besuchen – in dem jetzt übrigens auch eine gedruckte Ausgabe meines eBooks vertreten ist. 🙂



 

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