Coming Soon: Medtronic MiniMed 670G im Test – Closed Loop 2.0

Coming Soon: Medtronic MiniMed 670G im Test – Closed Loop 2.0

Ja, uff, wie jetzt? Ramona mit Pumpe? Ramona doch wieder mit Closed Loop?!

Wer die lange, dramatische Geschichte mit mir und den Insulinpumpen generell und Closed Loops im Speziellen nicht mitbekommen hat, hat jetzt einiges aufzuholen. Macht es euch schon mal mit einer Tasse Tee oder zwei auf dem Sofa bequem, kalt genug isses ja mittlerweile, und lasst uns von vorne beginnen…


Medtronic MiniMed 670G



Alles war gut… bis Tresiba zeitweise vom Markt genommen wurde und niemand wusste, ob es wiederkommt.

Da keins der Basalinsuline bei mir so richtig gut funktioniert hat (und glaubt mir, ich habe alle durch), begann ich mich Anfang 2018 doch nach einer Pumpe umzusehen. Der Omnipod wurde es nicht, dafür aber die YpsoPump aus dem Hause mylife Diabetescare.

Nach der anfänglichen Begeisterung und dem Gedanken, dass eine Pumpe ja doch nicht ganz so schrecklich ist, begann ich auch, mich fürs Loopen zu interessieren.

Allzu lange hielt die Begeisterung aber nicht an. Der erzielte Erfolg war zwar da, stand für mich aber in keinem Verhältnis zum Aufwand, den ich vor und während des Loopens betreiben musste.

… und außerdem gab es da noch ein kleines Problem: Insulin wirkt bei mir durch den Katheter einfach nicht so gut wie durch Injektionen durch den Pen. Ist mir schon klar, dass da manche wieder den Kopf schütteln werden, „Drin ist drin! Insulin ist Insulin! Die is doch nur zu doof dafür!“ – aber sorry not sorry, ich kenne meine Erfahrungen und es gab nicht gerade wenige Personen, die mir ähnliche Erfahrungen bestätigt haben. Wie es schon bei Bambi hieß: Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, sagt man am Besten auch mal gar nix.

Als Tresiba sein Comeback auf dem deutschen Markt gefeiert hat, war für mich klar: Weg mit der Pumpe und zurück zum Pen! Für mich funktioniert diese Therapieform mit diesem Basalinsulin mindestens genau so gut – ironischerweise sogar besser, wenn man sich meinen Hba1C im unteren 6er-Bereich ansieht. Ich fühle mich freier und unbeschwerter als mit Pumpe und würde um nichts in der Welt wieder tauschen wollen.



Eigentlich.

Denn im September 2019 flatterte eine Pressemeldung von Medtronic ins Haus und zeitgleich eine Einladung der Blood Sugar Lounge: Medtronic lädt zum Produkttest der MiniMed 670G, die nun endlich die Zulassung in Deutschland bekommen hat! Zack, Formular ausgefüllt, Ramona ist an Bord.


Medtronic MiniMed 670G


Disclaimer: Die MiniMed 670G, der Guardian 3 Sensor, das Contour Next One Blutzuckermessgerät sowie alle benötigten Verbrauchsmaterialien werden mir von der Firma Medtronic für maximal 1 Jahr kostenfrei zur Verfügung gestellt. Außerdem werde ich zu einem Produkttest-Event eingeladen, für welches Medtronic die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung trägt. Ich werde für den Produkttest nicht bezahlt und bin zu keiner Berichterstattung verpflichtet; meine Meinung bleibt unbeeinflusst – sonst hätte Medtronic sich ja nicht so eine skeptische Person wie mich an Bord geholt, right? 😉


Aber was ist denn nun so besonders an der MiniMed 670G?

So besonders, dass ich meine Prinzipien über Bord werfe und mir doch freiwillig wieder eine Pumpe dran schnalle?

Nun – es ist das erste kommerziell verfügbare Hybrid-Closed-Loop-System weltweit. Das heißt, das, was ich mir so mühevoll selbst zusammen geschustert habe, ist nun in der breiten Masse angekommen: Ein Sensor, der kontinuierlich die Gewebsglukose misst (in diesem Falle der Guardian 3 Sensor, ebenfalls von Medtronic) funkt die Werte an die Pumpe und diese ändert automatisch alle 5 Minuten die Basalrate. Dabei peilt sie einen festen Zielwert von 120 mg/dl an; beim Sport 150mg/dl.

Ich gebs zu, der primäre Grund bei mir ist die Neugierde. Kann ein System, was kommerziell verfügbar ist und somit für alle funktionieren soll, wirklich so gut funktionieren wie Marke Eigenbau? Und werden die Vorteile so überwiegen, dass ich doch wieder zur Fraktion der Pumpenträger wechseln werde?


Medtronic MiniMed 670G


Worauf ich mich an der MiniMed 670G freue…

  • Kein Gebastle mehr: Sensor und Pumpe sind darauf ausgelegt, direkt zusammenzuarbeiten und müssen nicht übers Handy oder RileyLink miteinander verbunden werden. Dadurch minimieren sich hoffentlich auch die Verbindungsabbrüche.
  • Die Pumpe lernt mit: Bei der Einweisung wurde mir gesagt, dass man den „Automodus“, der die Basalrate schlussendlich allein steuert, frühestens nach 6 Tagen starten soll. Vorher lernt die Pumpe im Hintergrund mit, wertet Insulinabgaben und Glukoseverläufe aus und passt sich dem eigenen Körper an.
  • Abschaltung vor Hypoglykämien: Bevor man in eine Hypo kommt, stoppt die Pumpe die Abgabe der Basalrate, um Schlimmeres zu vermeiden. Klar, konnte mein Loop auch – meine normale Pumpe aber nicht und der Pen sowieso nicht.

Weswegen ich bei der MiniMed 670G noch skeptisch bin…

  • Der Sensor. Ich habe leider schon viele negative Geschichten vom Enlite/Guardian-Sensor gehört, von extrem ungenauen Messwerten über ständige Kalibrierungen (die dann nicht akzeptiert werden) bis hin zu Hautreaktionen. Ich werde zumindest am Anfang noch meinen regulären CGM-Sensor parallel tragen, bis ich genug Vertrauen aufgebaut habe.
  • Der Zielwert von 120mg/dl ist nicht veränderbar. Für mich als alter Hypo-Schisser ist das zwar ein ganz netter Wohlfühlwert, aber gerade nachts dümpele ich eigentlich schon gern zwischen 90-100 herum.
  • Mini? Irgendwie nicht so. Im Vergleich zu meiner YpsoPump und auch zu meiner Loop-Pumpe, der MiniMed Veo, ist die 670G schon ein ziemlicher Klotz. Wenigstens hat sie nen Clip, ist ja auch schon mal was.

Es bleibt also spannend, ob die MiniMed 670G mich als Pumpen-Skeptiker überzeugen kann.

Übrigens werdet ihr auch viele Blogger-Kollegen sehen, die ebenfalls die 670G tragen und zwar schon früher als ich. Für mich geht es nächste Woche in den Urlaub nach Kuba – und ich will auf keinen Fall im Urlaub auf ein mir komplett fremdes Pumpen- und CGM-System umsteigen. Zumal ich eine Pumpe im Urlaub sowieso eine Zumutung finde.


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One thought on “Coming Soon: Medtronic MiniMed 670G im Test – Closed Loop 2.0

  1. Tronar

    Kuba würde ich auch ohne Pumpe machen. Ersatzteile nachkaufen kannst Du dort getrost vergessen. Essenstechnisch ist das Land leider auch kein Highlight was den Geschmack angeht. Zum Frühstück gibt es – egal wo Du auf der Insel bist – immer die gleichen 4 Obstsorten, darunter unreife Mango. Ansonsten aber ein sehr spannendes und interessantes Land und wenn man etwas Spanisch spricht erzählen einem die Bewohner auch viel und gerne aus ihrem Leben. Angesichts der Tatsache, dass sie nicht frei reisen dürfen allerdings nicht selten traurige Geschichten. Vor allem, wenn man hört, dass selbst Lehrer und Ärzte nicht genug verdienen, um ihre Familie zu ernähren und deswegen dann im Tourismus arbeiten. Aber die bunten Häuser, tollen Fotogelegenheiten und schönen Strände sind eine Reise wert. Noch ein Tip: wenn Du mal ein Taxi bestellen solltest, immer dazu sagen: con cinturones. Es sei denn Du spielst gerne russisch Roulette und verzichtest auf einen Anschnallgurt. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

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